2014/03/26

DAY 11 – Nikkô und Shinkansen

Die gestrige Wandertour steckt mir zwar immer noch in den Knochen, aber mein Kanto Area Pass gilt nun mal an 3 aufeinanderfolgenden Tagen und so hieß es heute morgen: Zähne zusammenbeißen und auf geht’s nach Nikkô – Stadt des Weltkulturerbes! (ich hätte zwar lieber einen entspannten Tokyo Tag gemacht, aber es hilft ja nichts ^-^“)

Am Bahnhof bei Andersen (ihr wisst noch – die dänische Bäckerei ;-)) schnell Frühstück geholt und dann ab ins JR Reisezentrum um einen Sitzplatz zu reservieren bzw. überhaupt den Kurztrip zu planen. Hier sprechen alle hinter dem Counter relativ gut Englisch und so war die Reservierung mitsamt Reiseplanung ein echtes Kinderspiel.

Das tolle ist, dass die Shinkansen eine Taktung fast wie eine Regionalbahn haben und fast alle 30 Minuten regelmäßig fahren. Und die sehen alle richtig krass aus mit ihren langen Schnauzen und den bunten Farben. Von innen sind sie breiter als unsere ICEs und haben insgesamt 5 Sitze in der Reihe (2 Sitze links und 3 Sitze rechts; fast schon wie in einem Flugzeug). Die Beinfreiheit ist phänomenal und die Sitze an sich auch äußerst bequem.



Nach Nikkô fährt man ca. 50 Minuten mit dem Shinkansen und steigt dann in Utsunomiya in einen Regionalzug um, der ebenfalls noch mal ca. 50 Minuten nach Nikko fährt. Ist schon eine ganze schöne Strecke aber auch hier lohnt sich die Fahrt in jedem Fall. Das einzige Manko: Das Wetter. Heute ist es ausnahmsweise mal wieder bedeckt und ich habe vorhin gemerkt, dass ich meine Sonnencreme vergessen habe. Also vielleicht doch gar nicht so schlecht ^-^





In Nikkô angekommen, muss man vom Bahnhof ein Stück die Straße hoch laufen um zum Tourist Information Center zu kommen. Hier gibt es hauptsächlich Fahrplaninfos zu den einzelnen Buslinien, mit denen man zu allerlei Sehenswertem rund um Nikkô gelangen kann (je nach dem wo man hin möchte, liegt die Fahrzeit mit dem Bus schon mal bei 70 Minuten). Ich habe mich wieder auf meine Füße verlassen und bin in Richtung „Weltkulturerbe“ gelaufen – hiermit war unter anderem der Toshogu Schrein gemeint (das zumindest verriet mir der Flyer aus dem Info Center).

Während ich die leichte Steigung hoch marschierte, kam mir eine nette ältere Japanerin entgegen, die mich auf Englisch grüßte und meinte: „Welcome to Nikkô! Have a nice trip and be save!“ Wow, wenn man überall auf der Welt von Fremden so begrüßt werden würde … toll.









Nach einer knappen halben Stunde Fußmarsch entlang einer kerzengeraden Straße, mit vielen geschlossenen Läden zu beiden Seiten (ich glaube, das lag daran, dass heute Mittwoch war – und irgendwo habe ich gelesen, dass Mittwochs manchmal sowas wie ein „Ruhetag“ ist), gelangte ich schließlich zu einer historischen Brücke (Shinkyo Sacred Bridge). Typische asiatische Bauweise, klassisch in Rot, leider aber nicht zugänglich. Egal, es gab ja noch mehr zu sehen.








Direkt gegenüber der Brücke befindet sich der Nikkô National Park. Hier kann man mehrere Schreine und Tempel besuchen (einer war "verpackt" in einem großen Gebäude - das fand ich irgendwie seltsam und so habe ich den ausgelassen). Der Schrein, zu dem aber alle pilgern, ist der Toshogu Schrein - ein wirklich gigantischer Schrein bzw. ein komplettes Schrein-Areal. Dafür muss man erst mal ein ganzes Stück laufen (ich sage nur: Treppen! Olé ;-)) und 1.300 Yen locker machen um ihn besichtigen zu können (aber er ist ja Weltkulturerbe).















Der Schrein ist schön mitten im National Park gelegen und liegt um die 630 m über dem Meeresspiegel. Hier oben war's auch merklich kühler als in Tokyo und teilweise lagen noch Schneehaufen herum, die gerade am abtauen waren. Am schönsten waren die schneebedeckten Berge ringsum, die man ab und an mal hinter den Wolken hat hervorblitzen sehen.
Der Schrein an sich ist sehr prunkvoll mit vielen Ornamenten und Gold verziert – mir haben besonders die ganzen Schnitzereien gefallen (vorwiegend Drachendarstellungen), die an den Gebäuden angebracht waren. Da waren echte Meister am Werk – sowas mag ich!








































Man läuft dann mal über das gesamte Gelände, schaut sich alles an und steht plötzlich wieder vor einem Haufen Treppen. Meine Knie waren kurz vor dem Streik, aber ich dachte mir, das ziehe ich jetzt durch. Oben angekommen war ich ziemlich aus der Puste (ich muss dazu sagen, dass es nicht nur mir so ging ;-)), aber Treppensteigen ist ja bekanntlich ein ganz guter Sport für den Allerwertesten ;-P

Hier oben habe ich dann eine Weile ausgeruht und dann irgendwann gemerkt, dass es anfängt zu regnen. Bäh! Leider war ich so schlau, heute morgen die Kapuze meiner Jacke abzumachen in der dummen Annahme „Ach, regnen tut's bestimmt nicht ...“ - ja ja, und nicht mal ein Schirm dabei. So ein Mist ...







 

Ich hatte Glück, dass es erst angefangen hat, nachdem ich dann zurück am Bahnhof war. Puh. Manchmal bin ich schon ein Glückskind … ich wollte mein Glück dann aber nicht weiter auf die Probe stellen und habe mir sicherheitshalber schnell im Supermarkt einen kleinen, durchsichtigen Regenschirm für 350 Yen besorgt – so einen wollte ich mir sowieso noch vor meiner Abreise kaufen ^-^ (also: abgehakt!)

Als Snack für Zwischendurch habe ich mir dann zwei süße Hefeklößchen an einem Straßenverkauf geholt. Die sind sehr lecker, vor allem waren sie mit süßer Bohnenpaste gefüllt – von der bin ich allmählich auch ein großer Fan ^-^


Die Zugverbindung hat auch auf der Rückreise wunderbar funktioniert und ich kann nur jedem raten, sich vorher einen Sitzplatz zu reservieren. Es kostet nichts und ist sehr viel komfortabler. Wenn ihr noch exquisiter reisen möchtet, könnt ihr euch auch ein Ticket für das Green-Car (das ist in Japan die 1. Klasse) hinzu buchen (ich weiß allerdings nicht, was das mehr kostet – von außen sah's aber ziemlich cool aus).

Wieder in Ueno angekommen, hat es mich dann mal wieder nach Sushi gelüstet. Wenn ich schon mal hier bin, kann man das auch öfter mal genießen ^-^ Direkt am Bahnhof Ueno gibt es eine Food Passage und natürlich gibt’s dort auch Sushi :-) Also nichts wie rein!

Und ganz ehrlich: das war bisher das beste Sushi überhaupt! Allein der Laden war super – gerammelt voll, lauter lachende und fröhliche Menschen, die in eine Tour mit den Sushiköchen kommuniziert und bestellt haben und dann noch ein sehr netter, Englisch sprechender Kellner, der sich mir als „Sam“ vorstellte und mir geduldig durch die Bestellung half. Wie immer eben ein super genialer Service.

Schaut's euch selber an – ist das nicht ein Traum?


Der Fisch zerging fast auf der Zunge und da ich ein Set bestellt hatte, konnte ich auch von allem etwas probieren. L-E-C-K-E-R! Dazu gab's wieder heißen grünen Tee und sogar eine Miso Suppe. Nachdem ich aufgegessen hatte, habe ich den Köchen noch eine ganze Weile zugeschaut – ich finde das so interessant und die sind wirklich höllisch schnell. Teilweise gibt es hier sogar richtig frischen Fisch direkt aus dem Wasserbecken – ich habe das Filetieren quasi live gesehen … Nichts für zartbesaitete ;-)

Morgen heißt's dann noch mal: Tokyo unsicher machen ;-) Ich versuche Donnerstag und Freitag noch alles anzuschauen, was mir bisher entgangen ist bzw. zu was ich noch nicht gekommen bin. Und am Samstag mache ich dann alles, was ich unbedingt noch mal sehen will, ein zweites Mal. Klingt das nach einem ausgeklügelten Plan? Ich glaube schon ^-^

Bis dann!

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